Wie der Südtirol Guest Pass funktioniert
Wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig - das will der Südtirol Guest Pass sein. Von der EU wurde er unter 960 Bewerbungen als bestes europäisches Mobilitätsprojekt ausgezeichnet.
Beim Südtirol Guest Pass handelt es sich um eine Vorteilskarte: Gäste, die in einer Beherbergungsstätte in Südtirol übernachten, erhalten automatisch einen digitalen Pass, mit dem sie unbegrenzten Zugang zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel im Land Südtirol haben. Der Pass wird vor Anreise via E-Mail übermittelt und gilt für die gesamte Aufenthaltsdauer. Die Zahlen sind positiv: 5,5 Millionen Südtirol Guest Passes wurden im Jahr 2025 in Südtirol aktiviert. 95 Prozent aller Beherbergungsbetriebe im Land sind dem Guest-Pass-System beigetreten. Und das, obwohl die Teilnahme am Südtirol Guest Pass für die Betriebe freiwillig ist.
Wer bezahlt das? Der Guest Pass ist im Übernachtungspreis inbegriffen wird durch einen Mobilitätsbeitrag pro Gast und Übernachtung finanziert. Dieser Beitrag wird unabhängig davon erhoben, ob die öffentlichen Verkehrsmittel tatsächlich genutzt werden oder nicht. Die durch den Guest Pass generierten Einnahmen sind auf rund 20 Millionen Euro pro Jahr gestiegen, was etwa einem Drittel aller Fahrgeldeinnahmen des öffentlichen Nahverkehrs in Südtirol entspricht. Die Mittel werden in Südtirols Mobilität reinvestiert, um das Angebot an Bussen und Zügen zu verbessern und auszuweiten. Auch weitere Vorteile habe der Südtirol Guest Pass, heißt es aus dem Ressort für Infrastrukturen und Mobilität des Landes: Er sorge für eine bessere Auslastung des öffentlichen Verkehrs, denn Urlaubsgäste nutzen verstärkt die ruhigeren Tageszeiten im öffentlichen Verkehr, während zu Stoßzeiten vor allem Pendlerinnen und Pendler und Schülerinnen und Schüler unterwegs sind. Gleichzeitig nehme der Individualverkehr ab, da Touristen vermehrt auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen.
Für dieses innovative Modell, das den öffentlichen Nahverkehr direkt in das touristische Erlebnis integriert, wurde das Land Südtirol ausgezeichnet: Der Südtirol Guest Pass setzte sich im März in Brüssel im Rahmen der Mobility Action Awards 2025 der Europäischen Kommission gegen mehr als 960 eingereichte Projekte durch und wurde als bestes europäisches Mobilitätsprojekt prämiert.
Der Mobility Action Award. Bei der Preisverleihung erklärte der EU-Kommissar für nachhaltigen Tourismus und Verkehr Apostolos Tzitzikostas: „Der Südtirol Guest Pass zeigt, dass Mobilität inklusiv sein und den Alltag verbessern kann. Das ist die Zukunft, die wir uns für den Verkehr in Europa wünschen: nutzerorientiert, nachhaltig und für alle zugänglich.“
Der Preis würdigt europaweit innovative Initiativen, die einen messbaren Beitrag zu nachhaltiger Mobilität, zur Reduktion von Verkehrsbelastungen sowie zur Verbesserung der Lebensqualität leisten. Die Direktorin der Generaldirektion Mobilität und Verkehr der Europäischen Kommission Magda Kopczyńska betonte ihrerseits: „Mit dem European Mobility Award werden Orte wie Südtirol ausgezeichnet, die gute und innovative Ideen mit Engagement und Begeisterung vorantreiben, um nachhaltige Mobilität einfacher und für alle zugänglich zu machen.”
Gemeinsame Initiative
Der Südtirol Guest Pass ist eine gemeinsame Initiative von privaten Partnern und öffentlicher Hand: Dabei arbeiten das Mobilitätskonsorti um Südtirol (MoKo), das das System auf technischer Ebene verwaltet, der Landesverband der Tourismusorganisationen Südtirols (LTS), technische Schnittstelle zwischen den Beherber gungsbetrieben und dem Guest-Pass-System, IDM Südtirol Alto Adige, das die Nutzung des Guest Passes bewirbt, der Hoteliers- und Gastwirteverband HGV, der die Beherbergungsbetriebe in die Initiative einbindet, sowie die STA-Südtiroler Transportstrukturen AG als Betreiberin des öffentlichen Nahverkehrs in Südtirol zusammen.
gm/mpi
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